19.02.2026 Startschuss für den Bau der schwimmenden Photovoltaik
Erdgas Südwest GmbH erstellt auf dem Kühlsee eine 3,4 Hektar große Photovoltaikanlage und mit dem Strom die Firmen Kronimus und Kühl versorgen.
Bericht aus der BNN vom 19.02.2026 von Markus Koch
„Am Ufer des Kühlsees bei Iffezheim hat sich ein großer Schwerlastkran in Stellung gebracht, der Elemente für eine schwimmende Solaranlage ins kalte Wasser hievt. Auf einer Fläche von 3,4 Hektar sollen künftig sechs Megawatt (MW) umweltfreundlicher Strom produziert werden. Das Projekt unter Federführung der Erdgas Südwest GmbH ist die bis dato größte schwimmende
Photovoltaikanlage des Unternehmens, wie es in einer Mitteilung heißt. Die Fertigstellung der Anlage wird vier Monate dauern, die Montage auf dem Wasser nimmt etwa zehn Wochen in Anspruch. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll sie ans Netz gehen. Zum Investitionsvolumen macht Erdgas Südwest auf Anfrage dieser Redaktion keine Angaben, ebenso wenig zu der Frage, wo in der Region vergleichbare Projekte geplant sind. Es handelt sich um eine zusammenhängende Anlage, die in zwei Teile mit vier und zwei Megawatt Leistung unterteilt ist. Die Nutzung der Wasserfläche stelle „eine flächenschonende und effiziente Form der Solarstromerzeugung dar“, so das Unternehmen. Die Photovoltaikanlage beansprucht rund 3,4 Hektar und belegt damit 3,8 Prozent der Seefläche. Das Projekt wird von der Gemeinde befürwortet. Vier Megawatt der installierten Leistung verbleiben im Eigentum der Erdgas Südwest GmbH. Der erzeugte Solarstrom
wird über eine Direktleitung im Rahmen eines langfristigen Liefervertrags unmittelbar an die Kronimus AG Betonsteinwerke geliefert. Das Markenzeichen des Familienunternehmens ist die Herstellung hochwertiger Betonsteine und Betonprodukte für den Straßenund Tiefbau. Die verbleibenden zwei Megawatt werden von einer neu gegründeten Gesellschaft gehalten, die aus der Eugen Kühl und Söhne GmbH & Co. KG (EKS), Eigentümerin des Kühlsees, sowie den Stadtwerken Baden-Baden hervorgegangen ist. Dieser Anlagenteil speist seinen erzeugten Solarstrom in das werkseigene Verteilnetz der EKS ein, die ein Kieswerk betreibt. „Mit dem Bau der schwimmenden Photovoltaikanlage realisieren wir ein technisch herausforderndes Projekt, mit dem wir ein Zeichen für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energiezukunft in der Region setzen“, wird Michael Rimmler, Geschäftsführer der Erdgas Südwest GmbH, in einer Pressemitteilung zitiert. Der Iffezheimer Gemeinderat hatte im Juli 2023 einen Bebauungsplan für das Vorhaben aufstellen lassen und diesen dann im September 2024 beschlossen. Im April vergangenen Jahres befürwortete das Gremium ein deutlich größeres Projekt auf dem Kernsee, wo eine knapp 14 Hektar große Photovoltaikanlage gebaut werden soll, was einer Fläche von 20 Fußballfeldern entspricht. Diese Anlage kann eine Spitzenleistung von bis zu 26 Megawatt „grünen“ Strom erzeugen, der größtenteils ins Stromnetz eingespeist werden soll. Das Durmersheimer Kieswerk Stürmlinger plant auf dem Stürmlinger Baggersee gemeinsam mit dem Baywa-Konzern aus Bayern und der Bürgerenergie-Genossenschaft Durmersheim (BEG) eine Photovoltaikanlage, die bis zu 13 Megawatt Strom liefern soll.“