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71364 Winnenden

Kärcher Areal

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Kärcher Areal

Fassade und Belag im Dialog: Filigrane Pfosten-Riegel-Konstruktion und kontrastierende Bänderung der Pflasterverlegung

Kärcher Areal

links: L-förmiges, verglastes Gebäude-Entrée am Kunden- und Besucherzentrum.

rechts: Verneigung vor der Geländehistorie: der erhaltene Schornstein (Bild links) und die Klinkerfassade des Besucherzentrums

Kärcher Areal

Ein einladender Ort zum Treffen, zum gemeinsamen Arbeiten und zum Austausch mit Kunden – die neu entstandene Platzsituation zwischen den drei Gebäudekomplexen.

Kärcher Areal

Das Auditorium verweist als verglaster Baukörper mit dem weit auskragenden, geschwungenen Dach auf seine besondere Funktion

Kärcher Areal

Optisch und haptisch variierende Steine des Pflastersystems Barretto Noble schaffen eine Materialität der besonderen Art und subtile Akzente. Die Oberflächen brechen das einfallende Licht auf unterschiedliche Weise und sorgen mit Glimmerpartikeln im Vorsatzbeton für leuchtende Effekte.

Informationen

Bauherr
Alfred Kärcher GmbH & Co. KG

 

Realisierungszeitraum
Mai 2013 bis August 2015

Verbaute Mengen
Pflaster, ca. 5.400 m²

Produkte
Barretto Noble Pflaster

Formate
120 x 83,3 cm / 8 cm (gemischte Lage)

Oberflächen
Titan Nr. 789, sg
Titan Nr. 789, seidenmattiert

Die Gestaltung des Platzes, der sich zwischen den drei Neubauten aufspannt, kommt bewusst mit nur wenigen Mitteln aus: Einheitlich zieht sich der dunkelgraue Pflasterbelag in unregelmäßigem Verband über die gesamte Fläche und schließt auch das Fontänenfeld mit ein. Breite Streifen aus hellen Betonfertigteilen, in unregelmäßigen Abständen verlegt, markieren die zentrale Fläche zwischen den Gebäuden, die als Schnittpunkt an den drei Haupteingängen der Neubauten zum Treffpunkt für die Mitarbeiter wird.

Elke Reichel & Peter Schlaier

REICHEL SCHLAIER ARCHITEKTEN


Schwaben ist die Heimat vieler bemerkenswerter Errungenschaften – von der  traditionellen Kehrwoche bis hin zu bahnbrechenden Innovationen, die den Fortschritt der Menschheit jeden Tag maßgeblich vorantreiben. Findige Tüftler und Technikpioniere waren und sind wie selbstverständlich im „Ländle“ zu Hause. Dass Kärcher als der Weltmarktführer für Reinigungstechnik ebenfalls hier seine Wurzeln hat, überrascht nicht. Welchen Siegeszug das Unternehmen seit seiner Gründung vor rund 80 Jahren angetreten hat, dagegen schon. „Kärchern“ hat im Sprachgebrauch nicht nur in Deutschland seinen festen Platz gefunden und ist längst zum Synonym für das Reinigen mit Hochdruck geworden.

Mit ebendiesem haben sich die markant gelben Geräte für den Endverbraucher rund um den Globus ihren besonderen Ruf erarbeitet. „Made-in-Germany“ wird dabei mit beachtlicher Konsequenz gelebt. Im Gegensatz zu Marktgepflogenheiten verzichtet man bewusst auf die sonst übliche Produktionsauslagerung ins Ausland – nicht nur der Qualität wegen, sondern auch um für   Großaufträge ein Höchstmaß an Flexibilität zu schaffen. Der Erfolg gibt Kärcher Recht, so schuf das Unternehmen allein in den letzten zehn Jahren mehr als 5.500 neue Arbeitsplätze. Mit der  Übernahme des ehemaligen Pfleiderer Areals, einer stillgelegten Ziegelei, wurde die Fläche am Stammsitz in Winnenden jüngst beinahe verdreifacht. Zusätzliche 130.000 Quadratmeter standen damit für die notwendige räumliche Expansion zur Verfügung, getrennt lediglich durch eine Bahnlinie vom ursprünglichen Firmengelände. Als erster Bauabschnitt geplant: Büroflächen für 700  Mitarbeiter, ein Vortragssaal für 800 Personen sowie Ausstellungsflächen und Präsentationsräume mit Gastronomie. Sie alle galt es über eine Fußgängerbrücke mit der anderen Seite der Gleise zu verbinden.

Reminiszenz an die „Alte Ziegelei“

Das Bebauungskonzept der Stuttgarter Architekten von Reichel Schlaier ging als Sieger des 2012 ausgelobten Wettbewerbs hervor. Prägende Grundidee: Es wird trotz des umfangreichen Raumprogrammes auf einen großen, hohen Baukörper verzichtet. Stattdessen werden die Nutzungen Verwaltung, Veranstaltung und Präsentation in drei klar ablesbare Gebäudetypologien getrennt. Ein Prinzip, das den architektonischen Kontext mit der Umgebung – ein heterogener, höchstens zweigeschossiger Mix aus u.a. Wohnhäusern, Industriebauten und Einkaufszentren – besonders behutsam berücksichtigt. Auch dem mit Wehmut begleiteten Abriss der alten Ziegelfabrik trägt das Konzept von Reichel Schlaier Rechnung. So konnte trotz überwiegend maroder Bausubstanz einer der 60 Meter hohen Backsteinkamine erhalten werden. Er bildet, als Reminiszenz an die Winnender Ziegelhistorie, einen Zenith im neu geschaffenen Gebäudeensemble. In Anlehnung daran empfängt auch das neu geschaffene Besucher- und Kundenzentrum Gäste mit einer charakteristischen Ziegelfassade. Sie schafft einen klaren Kontrast zu den Fassaden der beiden anderen Gebäudekomplexe, die mit ihrer vollständigen Verglasung Leichtigkeit und Transparenz ausstrahlen: zum Auditorium, das durch seine besondere Nutzung das Ensemble bereichert, oder zum durch seine Größe prägenden Bürokomplex. Hier setzen punktuell und leuchtend gelb Elemente in Firmenfarbe abwechslungsreiche Akzente von innen nach außen.  Nahezu jede Stelle im Gebäude bietet einen inspirierenden Ausblick in den begrünten Innenhof oder auf die hügelige Kulturlandschaft um Winnenden.

Reduktion auf das Essentielle

Auf dem Platz zwischen den Gebäuden entstand ein Ort zum Treffen, zum gemeinsamen Arbeiten und zum Austausch mit den Kunden. Seine Gestaltung kommt bewusst mit nur wenigen Mitteln aus. Einheitlich zieht sich der dunkelgraue Pflasterbelag in unregelmäßigem Verband über die gesamte Fläche. Die Planer entschieden sich für eine Pflasterung mit Barretto Noble von Kronimus im Farbton Titan. Das Besondere an diesem Pflastersystem: Die verwendeten Steine variieren nicht nur im Format, sondern auch in ihrer Haptik. So setzt sich die Fläche zugleich aus sandgestrahlten und seidenmattierten Einzelsteinen zusammen. Weil diese Durchmischung bereits werkseitig erfolgt, konnten die Beläge auf dem gesamten Areal unkompliziert maschinell verlegt werden. Formell schlagen die schlanken Steine eine Brücke zwischen den kontrastierenden Fassadentypen. Auch ein Fontänenfeld zwischen Auditorium und Büros wurde in die Pflasterfläche einbezogen. Breite Streifen aus hellen Betonfertigteilen, in unregelmäßigen Abständen verlegt, markieren das Zentrum zwischen den Gebäuden. Es soll für vielfältige Nutzungen frei gehalten werden, z.B. für die Café-Gastronomie des Besucher- und Kundenzentrums oder Messe- und Präsentationsflächen im Freien.

Mit dem offenen Belag des Baumfelds zwischen Auditorium sowie Besucher und Kundenzentrum, das aufgeschütteten Ziegelsplitt der abgebrochenen Ziegelei enthält, erinnern die Verantwortlichen stimmig an die ehemalige Nutzung des Areals.

Broschüren